Interview mit Benjamin Pelicione: Frischer Wind im bayerischen Bowling-Lehrwesen

BBU: Benjamin, erst einmal herzlichen Glückwunsch zur neuen Position als Landeslehrwart! Wie fühlt es sich an, nun die Verantwortung für die Ausbildung im Freistaat zu tragen?

Benjamin Pelicione: Vielen Dank! Es ist eine spannende Herausforderung. Bowling ist in Bayern tief verwurzelt, aber wir merken natürlich auch den Wandel der Zeit. Als Landeslehrwart möchte ich nicht nur Wissen verwalten, sondern aktiv dazu beitragen, dass wir modernere Trainingsmethoden etablieren und den Sport für die nächste Generation attraktiv halten.

Die Vision für Bayern: Digitaler, praxisreifer und teamorientiert

BBU: Was sind deine ersten Schwerpunkte, die du angehen möchtest?

Benjamin Pelicione: Mein Fokus liegt auf drei zentralen Säulen:

  1. Digitalisierung der Lehre: Wir müssen Schulungsmaterialien moderner und zugänglicher machen. Mein Ziel ist es, das Lehrwesen insgesamt digitaler aufzustellen.
  2. Praxisnähe: Die Trainerausbildung darf nicht nur aus grauer Theorie bestehen.   Es muss ein produktiver Mix aus fundierter und klar verständlicher Theorie sowie Praxis auf der Bahn sein, um die Ausbildung abwechslungsreich zu gestalten.
  3. Vernetzung: Ich möchte den Austausch zwischen den Vereinstrainern massiv fördern. Wir haben so viel Kompetenz im Land niemand muss das Rad neu erfinden.

BBU: Ein Verband funktioniert nur als Einheit. Wie wichtig ist dir die interne Zusammenarbeit innerhalb der BBU?

Benjamin Pelicione: Enorm wichtig. Ein Landeslehrwart ist kein Einzelkämpfer. Mir liegt viel daran, mich voll in das bestehende Team zu integrieren. Ein Kernpunkt meiner Arbeit wird die enge Abstimmung mit unserem Landestrainer sein. Lehre und Leistungssport müssen Hand in Hand gehen: Was wir in der Trainerausbildung lehren, muss die Basis für den Erfolg unserer Kaderathleten sein. Nur wenn wir hier eine gemeinsame Sprache sprechen und eng zusammenarbeiten, können wir Bayerns Spitzenposition festigen.

BBU: Viele Trainer klagen über den Zeitaufwand der Lehrgänge. Hast du hier konkrete Änderungen geplant?

Benjamin Pelicione: Qualität braucht Zeit, aber wir müssen sie effizienter nutzen. Deshalb führen wir Learning Modelle ein. Theorieanteile können flexibel online von zu Hause aus erarbeitet werden, damit wir bei den Präsenztagen mehr Zeit für das Coaching auf der Bahn haben.

Eigene Qualifikation und Führungsstil

BBU: Um diese Lehrgänge in Zukunft selbst anbieten zu können, wirst du den B-Schein machen. Aber jenseits der Lizenzen: Wie würdest du dich selbst als Mentor beschreiben? Man sagt über dich, du seist ein echter Ruhepol.

Benjamin Pelicione: Das stimmt, ich bin kein Mensch, der lautstark im Mittelpunkt stehen muss. Mir ist wichtig, dass meine ruhige und verlässliche Art den Leuten Sicherheit gibt. Wenn ich sage, ich bin da, dann bin ich da ohne große Worte oder Ausreden. Ich lege Wert auf Loyalität, Integrität und Ehrlichkeit. Dinge spreche ich klar an, aber immer mit dem nötigen Respekt. Ich höre lieber zu, gehe auf jeden Einzelnen ein und versuche, jedem das Gefühl zu geben, wichtig zu sein.

Der Mensch hinter dem Lehrwart: Natur, Teamgeist und Pizza

BBU: Wer dich kennt, weiß, dass du auch privat klare Prioritäten hast. Was macht Benjamin Pelicione abseits der Bowlingbahn?

Benjamin Pelicione: Meine Familie steht für mich immer an erster Stelle. Ansonsten tanke ich meine Energie am liebsten draußen in der Natur auf lange Spaziergänge geben mir die nötige Ruhe. Ich bin ein echter Genussmensch: Gutes Essen, ausgiebiges Frühstücken und ja, eine gewisse Schwäche für Eis und Pizza gehören einfach dazu!

BBU: Und man hört, du hast ein paar sympathische Eigenheiten vom Fan Dasein bis hin zum Arbeitsstil?

Benjamin Pelicione: (lacht) Ja, das stimmt. Ich drücke dem 1. FC Nürnberg und den Green Bay Packers die Daumen. Wenn ich unterwegs bin, spiele ich auch gerne mal eine Runde Pokémon Go. Und was meinen Arbeitsalltag angeht: Ich bin jemand, der die kleinen Pausen schätzt ein kurzer Powernap wirkt Wunder. Und wer mich im Büro besucht, erwischt mich auch gerne mal barfuß, das ist für mich einfach entspannter.

Technik und Nachwuchs

BBU: Wo siehst du technisch den größten Nachholbedarf bei unseren Spielern?

Benjamin Pelicione: Ein grundlegendes Verständnis ist bei den meisten Spielern schnell vorhanden. Wenn man hier an den „Feinheiten“ wie Linienspiel oder Ball Motion Management arbeitet, verbessern sie neben der Technik auch ihr Ergebnis. Speziell beim Nachwuchs müssen wir den „Gaming-Charakter“ nutzen. Bowling ist Präzisionssport mit Hightech Material. Unsere Trainer sollen das verstehen und vermitteln können. Dann begeistern wir sowohl Kids als auch Erwachsene für unseren schönen Sport.

Ein Wort an die Basis

BBU: Zum Abschluss: Was gibst du den bayerischen Bowlerinnen und Bowlern mit auf den Weg?

Benjamin Pelicione: Habt keine Angst vor Veränderung, sei es Two Hand Bowling oder digitale Videoanalyse. Da sind die Herausforderungen in Zukunft – es ist aber keine Hexerei und das müssen wir vermitteln. Außerdem mochte ich Menschen zusammenbringen und die Gemeinschaft leben. Ich freue mich darauf, viele von euch bei den kommenden Lehrgängen persönlich kennenzulernen und gemeinsam eine gute Zeit zu haben.

BBU: Benjamin, vielen Dank für dieses sehr persönliche Gespräch. Viel Erfolg beim B-Schein und für die Zusammenarbeit im Team!